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Algen und Pilze - Sakret

Malerblatt im Gespräch mit Dr. Klaus Hoffmann, Leiter Anwendungstechnik bei SAKRET GmbH, zum Thema Algen und Pilze.

Malerblatt: Wie sieht man in Ihrem Unternehmen die Algenproblematik an der Fassade?

Dr. Klaus Hoffmann: Algen und Pilze sind seit allen Zeiten Bestandteile der Umwelt. Die Mikroorganismen leben in allen vorstellbaren Ökosystemen und stellen das erste auf der Erde entstandene Leben dar. Aus diesem Grund ist die Besiedelung auch von Fassaden keine Überraschung und auch nicht auf Dauer zu verhindern.

Malerblatt: Welche Maßnahmen, Methoden und Produkte empfehlen Sie um Algenbewuchs zu verzögern oder zu verhindern?

Hoffmann: Mikroorganismen können prinzipiell vielfältigste Umweltbedingungen überleben und sich vermehren. Man findet sie vom Packeis bis zu heißen Quellen in der Tiefsee wie auch tief unter der Erde in für Menschen tödlichen chemischen Bedingungen. Eine Bedingung ist aber Pflicht: Es muss ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Deswegen empfehlen wir die Fassade so trocken wie möglich zu halten.

Vom Produkt aus betrachtet stellt eine Oberfläche, die einerseits das Ablaufen von Regenwasser fördert und andererseits die Trocknung insgesamt durch Vergrößerung der Oberfläche von Wassertropfen beschleunigt, die am schwierigsten zu besiedelnde Fläche dar. Dies wird durch die Schaffung einer hydrophilen Oberfläche bewirkt. Moderne Hybriddispersionen weisen dabei eine hervorragende Dampfdiffusionsfähigkeit bei gleichzeitig geringer Aufnahme von flüssigem Wasser auf. Dies hält die gesamte Konstruktion trocken und steigert nicht die Luftfeuchte an der Oberfläche, da speziell Pilze kein kondensiertes Wasser benötigen sondern bei Luftfeuchten ab ca. 80% wachsen.

Malerblatt: Von welchen Faktoren sind diese Maßnahmen abhängig (Altbau / Neubau, gedämmte / nicht gedämmte Fassaden)?

Hoffmann: Die Feuchte einer Fassade hängt neben anderen Einflussfaktoren entscheidend von der Temperatur der Außenfläche ab. Eine warme Fassade ist durch die schnellere Verdunstung trockener als eine kalte Fassade und wird später besiedelt.

Allerdings ist es sicher nicht mehr zeitgemäß die Energieeffizienz heutiger Bauwerke zurückzudrehen. Ein geringer Wärmeverlust des Gebäudes geht zwangsläufig mit einer Abkühlung der Außenhaut einher. Insofern werden Dämmfassaden schneller besiedelt, mehr oder weniger unabhängig davon ob die Dämmwirkung durch Dämmsteine oder Dämmplatten erzeugt wird.

Malerblatt: Was setzen Ihre Handwerkskunden eher ein: Biozidfreie oder biozidhaltige Produkte?

Hoffmann: Den Handwerksbetrieben kommt es auf möglichst große Zuverlässigkeit beim Fassadenschutz an. Derzeit zeigt die Verwendung hydrophiler Flächen mit zusätzlicher Ausstattung gegen Mikroorganismen den besten Schutz. Explizit biozidfreie Anstrichsstoffe werden recht wenig nachgefragt.

Malerblatt: Was ist im Umgang mit Biozid zu beachten?

Hoffmann: Der Umgang mit reinen Bioziden wird durch umfangreiche gesetzliche Vorgaben geregelt. Sowohl für das Handling, die Lagerung und besonders für die Entsorgung sind vielfältige Maßnahmen und Nachweise zu beachten bzw. zu erbringen. Dies gilt aber nicht für Materialien die mit einem vorbeugenden Filmschutz ausgerüstet sind. Hier sind die Konzentrationen so gehalten dass die Materialien mit den vertrauten Verfahren verarbeitet werden können und dürfen.

Malerblatt: Welche sonstigen Aspekte sollte man bei der Algen- und Pilzproblematik beachten?

Hoffmann: Wie schon ausgeführt muss eine Fassade trockengehalten werden um die Besiedelung zu erschweren. Das kann nicht alleine die Oberfläche leisten, eine konstruktive Unterstützung durch zum Beispiel einfachen Regenschutz von Fassadenflächen ist ebenfalls sehr wirksam. Genauso ist auch bei der Anlage der Außenflächen zu beachten dass durch nahe an die Fassade heranragende Gewächse die Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche erhöht wird und Mikroorganismen das Wachstum erleichtert. Ist erstmal die Oberfläche durch Pollen belegt schwindet der Einfluss der materialtechnischen Maßnahmen praktisch völlig. Zusammengefasst muss die störende Besiedelung von Fassadenflächen durch ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen aus Planung, Bau und Nutzung angegangen werden.

 

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