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Algen und Pilze - Caparol

Malerblatt im Gespräch mit Franz Xaver Neuer, Leiter Technik bei Caparol Farben Lacke Bautenschutz, zum Thema Algen und Pilze.

Malerblatt: Wie sieht man in Ihrem Unternehmen die Algenproblematik an der Fassade?

Franz Xaver Neuer: Die Verschmutzung von Oberflächen durch Algen und Pilze ist allgegenwärtig. Sobald eine Oberfläche längere Zeit feucht ist – vor allem durch Kondensfeuchte – ist die Gefahr eines Befalls immer gegeben. Davon betroffen sind nicht nur Fassadenfarben- oder Putzflächen, sondern alle Oberflächen. Eine wichtige Maßnahme ist also, Feuchtigkeit von der Oberfläche zu verbannen – dann ist Algen- oder Pilzwachstum ausgeschlossen. An Fassadenflächen lässt sich das aber nur bedingt erreichen. Daher lautet die beste Lösung, Putze und Beschichtungen mit einem Filmschutz auszustatten. Das ist die höchste Sicherheitsstufe, einen möglichen Befall länger zu vermeiden. Um die Feuchtigkeit relativ schnell wieder von der Oberfläche zu entfernen, bevorzugen wir Produkte, die hierfür durch das Wirkprinzip der Kapillarhydrophobie bestens geeignet sind. Dadurch wird das Wasser in einen dünnen Feuchtefilm gespreitet und verdunstet schnell, ohne tiefer in das Putzsystem einzudringen. Als Alternative zum Filmschutz bieten sich mineralische und silikatische Fassadenbeschichtungen mit einem guten Grundschutz an. Dieser liegt jedoch niedriger als bei Werkstoffen mit Filmschutz gegen Algen und Pilze. Ungeachtet dessen bleibt ein Grundsatz stets zu beachten: Niemand kann vorhersehen, ob und wann ein Befall mit Pilzen oder Algen entsteht – egal welche Produkte man verwendet.

Malerblatt: Welche Maßnahmen, Methoden oder Produkte empfehlen Sie, um Algenbewuchs zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern?

Neuer: Wir empfehlen Produkte, die mit einem Filmschutz ausgestattet sind. Dazu gehören zum Beispiel Spezialbeschichtungen wie Thermosan oder Muresko.

Malerblatt: Von welchen Faktoren sind diese Maßnahmen abhängig (Altbau/Neubau, gedämmte/nicht gedämmte Fassaden, gestrichene/ungestrichene Putze?

Neuer: Feuchtigkeit sollte nach Möglichkeit so gering wie möglich auf die Fassade einwirken – und falls die Fassade doch feucht wird so schnell wie möglich wieder abtrocknen. Das gelingt

  • z.B. konstruktiv durch große Dachüberstände
  • geringe Feuchteaufnahme durch die Fassadenbeschichtung
  • gleichmäßige Benetzung der Fassade mit Wasser (Kapillarhydrophobie), damit ein schnelles Abtrocknen gelingt.

Je kälter eine Fassadenoberfläche ist, umso höher ist das Risiko, denn wenn Energie (= Wärme) das Mauerwerk von innen nach außen durchströmen kann, entsteht weniger Kondensfeuchte – und das Wasser auf der Oberfläche verdunstet schneller. Wenn kein Wasser vorhanden ist, ist ein Wachstum von Algen oder Pilzen nicht möglich. Heutige Wohngebäude mit energetisch hochwertigen Fassaden werden immer ein erhöhtes Risiko haben, ganz egal ob massiv oder mit WDVS auf dem Mauerwerk, denn die Oberfläche wird kälter sein. Zusätzlich muss man sich die Frage stellen, welches Sicherheitsbedürfnis eigentlich gegeben oder gefordert ist. Dieses ist heute sehr ausgeprägt, und man erwartet maximale Leistung für schmales Budget bei „null Einsatz“ problematischer Rohstoffe. Dies ist nicht immer leicht miteinander zu vereinbaren. Deshalb fällt im Kundendialog sehr oft die Entscheidung, die Sicherheit zu maximieren, was den Einsatz von Filmschutz folgerichtig nach sich zieht.

Malerblatt: Was setzen Ihre Handwerkerkunden eher ein: biozidfreie oder biozidhaltige Produkte? Lässt sich das Verhältnis beziffern?

 

Neuer: Der Einsatz von filmgeschützten Fassadenputzen und -farben ist nach wie vor stark wachsend. Trotzdem gibt es Auftraggeber, die bewusst auf einen Filmschutz verzichten. Sie sollten wissen, dass sie dabei ein erhöhtes Risiko eingehen.

Malerblatt: Was ist im Umgang mit Bioziden zu beachten?

Neuer: Die Produkte sind den Technischen Informationen entsprechend einzusetzen. Außerdem würden wir grundsätzlich empfehlen, aktiv auf die Kunden zuzugehen. Es geht darum, im Gespräch in Frage kommende Alternativen und damit Wahlmöglichkeiten aufzuzeigen. Wir bieten beides an und können Systeme mit und ohne Filmschutz zur Verfügung stellen. Je nachdem wie sich der Kunde entscheidet, kennt er die Stärken und Schwächen der Wahl. Wie gesagt: Nach unserer Erkenntnis entscheiden sich dann viele für Materialien mit Filmschutz.

Malerblatt: Bieten Sie Alternativen?

Neuer: Ja, zum Beispiel die Siliconharz-Fassadenfarbe Amphisilan oder auch alle Sylitol-Produkte (Silikatbeschichtungen).

Malerblatt: Welche sonstigen Aspekte sollte man bei der Algen- und Pilzproblematik beachten?

Neuer: Zum Beispiel welche Auswirkungen und Folgen Algen und Pilze auf der befallenen Fassade haben. Solange die Fassadenbeschichtung intakt ist, also keine Putz- und Anstrichschäden aufweist, ist ein Befall mit Pilzen und / oder Algen nur oberflächig und optisch vorhanden. Die darunter liegende Fassadenbeschichtung wird nicht beschädigt.

Malerblatt: Welche Systeme gibt es für die Entfernung von Algen und Pilzen an der Fassade?

Neuer: In der Regel werden Fassaden immer durch Druckwasserstrahlen gereinigt. Das kann warm oder kalt und mit oder ohne Reinigerzusatz erfolgen. Dabei sind die entsprechenden behördlichen Vorschriften einzuhalten, was oft ein Auffangen des Ablaufwassers inkl. der Entsorgung zur Folge hat. Auch eine mechanische Reinigung mit einem rauen Besen oder ähnlichem Werkzeug kann zweckmäßig sein. Die Art der Reinigung ist auf die Putzqualität abzustimmen, damit keine Schäden entstehen. Beim Reinigen werden Pilze und Algen entfernt. Um aber auch die unsichtbaren Reste zu entfernen, ist eine Nachbehandlung mit einem Desinfektionsmittel (Capatox) erforderlich. Dieses wird auf die zuvor befallenen Stellen sowie großzügig um diese herum aufgebracht und in die Fassade einmassiert. Es wird nicht nachgewaschen, sondern man lässt es trocknen, und es wird möglichst schnell mit der Fassadenbeschichtung überarbeitet. Das Desinfektionsmittel enthält den Wirkstoff „Ammoniumchlorid“, der auch zur Flächendesinfektion in Molkereien, Brauereien, Metzgereien oder auch Krankenhäusern eingesetzt wird und zugelassen ist.

Malerblatt: Welche Nachbehandlungen / Beschichtungen sind nach der Entfernung von Algen und Pilzen an der Fassade notwendig?

Neuer: Nachdem fachgerecht gereinigt und desinfiziert wurde, kann direkt beschichtet werden. Um die Fassade möglichst lange vor erneutem Befall mit Algen und Pilzen zu schützen, bieten sich sogenannte filmgeschützte Fassadenfarben und -putze an. Mit diesen Werkstoffen hat man auch unter schwierigen Bedingungen i. d. R. mindestens fünf Jahre eine befallsfreie Oberfläche. Hierfür gibt Caparol im Einzelfall auch eine Gewährleistungsvereinbarung an den ausführenden Fachhandwerker.

 

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