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Algen und Pilze - Baumit

Das Malerblatt im Gespräch mit Markus Haberland, Produktmanager Farbe und Olaf Janotte, Anwendungstechnik Baumit.

Malerblatt: Wie sieht man in Ihrem Unternehmen die Algenproblematik an der Fassade?

Baumit: Algen an der Fassade waren und sind weiterhin ein Thema. Speziell durch die geänderten Wachstumsbedingungen (bessere Luftqualität) wird sich dies auch weiterhin nicht ändern werden, da auch die Bauherrenschaft sehr sensibel auf Bewuchs an der Fassade reagiert.

Malerblatt: Welche Maßnahmen, Methoden oder Produkte empfehlen Sie, um Algenbewuchs zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern?

Baumit: Die sinnvollste Maßnahme besteht immer in einer fachgerechten Wasserführung. Ausreichende Dachüberstände sind oftmals in der Lage, die Belastung an der Fassade so gering zu halten, dass ein Algenbewuchs nicht oder nur in extremen Situationen auftritt. Auch wir setzen die klassischen Biozide in unseren pastösen Oberputzen und Außenanstrichen ein, um einen Algenbewuchs hinauszuzögern. Produkttechnisch kann durch den Zusatz von gekapselten Bioziden über einen relativ langen Zeitraum ein Bewuchs verhindert werden. Biozide sind Gifte, die in kleinen Dosen an der Fassade ablaufen und sich dann im Erdreich ansammeln können. Dies ist natürlich umweltrelevant. Da eine Auswaschung des Biozids notwendig ist, um den Vorgang der Algenabtötung überhaupt in Gang zu setzen muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese Maßnahme in jedem Fall zeitlich begrenz ist. Aus diesem Grund setzen wir bei unseren Produkten NanoporTop (Putz) und NanoporColor (Anstrich) auf die Photokatalyse. Hierbei werden organische Stoffe, wie Algen, auf der Oberfläche bei Lichteinwirkungen zerstört und können dann durch Wind und Regen von der Fassade abgetragen werden. Nachdem sich die katalytisch wirksamen Stoffe nicht verbrauchen, bleibt dieser Effekt für die Lebensdauer des Putzes bzw. des Anstrichs erhalten. Weitere Umweltschäden – bis auf das Abtöten der Alge – treten nicht auf. Aber auch klassische Systeme, wie ein Edelkratzputz, können einem Algenbewuchs entgegen wirken, da durch ein ständiges Abkreiden an der Oberfläche auch Algen mit entfernt werden, so dass ein Bewuchs verzögert auftritt.

Malerblatt: Von welchen Faktoren sind diese Maßnahmen abhängig (Altbau/Neubau, Gedämmte/nicht gedämmte Fassaden, Gestrichene/ungestrichene Putze, …)?

Baumit: Bauliche Maßnahmen, wie ein entsprechend großer Dachüberstand, werden aus Kostengründen i. d. R. nur im Neubaubereich umgesetzt. Dabei spielen natürlich auch die ortstypische Bauweise bzw. die Architektur eines Gebäudes eine Rolle, die einen hohen Dachüberstand nicht zulassen. Die Auswahl eines entsprechend ausgerüsteten Putzes oder Anstrichs ist unabhängig von Neu- und Altbau bzw. gedämmter und ungedämmter Fassade.

Malerblatt: Was setzen Ihre Handwerkerkunden eher ein: Biozid freie oder Biozid haltige Produkte? Lässt sich das Verhältnis beziffern?

Baumit: Es werden vorwiegend biozidhaltige Materialien eingesetzt; der Anteil dürfte dabei bei mindestens 95 % liegen. Dies liegt vorwiegend daran, dass die Anzahl biozidfreier Produkte bedeutend geringer ist als die der biozidhaltigen.

Malerblatt: Was ist im Umgang mit Biozid zu beachten?

Baumit: Die in den Produkten (Putz, Anstrich) eingesetzten Biozidmengen sind so gering, dass keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind. Die Verarbeitung erfolgt entsprechend den von nicht biozid ausgerüsteten. Lediglich der Einsatz dieser Produkte sollte auf den Außenbereich beschränkt bleiben.

Malerblatt: Bieten Sie Alternativen?

Baumit: Wie bereits oben beschrieben sind unsere Antworten beim Schutz vor Algenbildung die Produkte NanoporTop und NanoporColor.

Malerblatt: Welche sonstigen Aspekte sollte man bei der Algen- und Pilzproblematik beachten?

Baumit: Auch verarbeitungsbedingte Mängel und/oder eine erhöhte Baufeuchte können einen Beitrag zur Algenproblematik liefern. Wenn z. B. Stoßfugen im Plattenbereich zu breit sind und nicht ordnungsgemäß verschlossen werden, kann der Wasserdampfstrom von innen hier zu Bewuchs auf dem Außenputz führen. Je höher die Feuchtemengen im Untergrund, umso stärker kann dieser ausfallen. Entsprechend längere Bauzeiten bzw. ein fachgerechter Schutz des Rohbaus vor Niederschlägen (Abdecken der Mauerkrone nach Arbeitsende) wären hier hilfreich.

 

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