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Vorsicht: kräftige Farben

Das individuelle Erscheinungsbild einer Fassade hängt von der Farbgebung und Struktur ab.

Mit Materialien, Strukturen und Farben ist es möglich, Unikate und individuelle Oberflächen zu schaffen, die den persönlichen Stil der Bewohner ausdrücken. Im Trend ist momentan der Wunsch vieler Bauherren nach einer stark farbigen, dunklen und farblich intensiven Fassade oder Teilflächen. Entscheidend dafür, ob ein Putz geeignet ist, ist sein Reflektionsverhalten – der TSR-Wert. Bei der Ausführung von intensiven Farbtönen ist zu beachten, dass sich dunkle Farbtöne stärker erwärmen. Dies kann bei sensibel reagierenden Putzflächen ein Problem darstellen. In Putzlagen ist immer ein Spannungsfeld vorhanden, welches sich gleichmäßig über die Fläche verteilt. Große Einflussfaktoren sind dabei eine thermische oder eine feuchtetechnische Veränderung. Extremsituationen entstehen beispielsweise, wenn die in westlicher Richtung gelegene Fassadenfläche von der Sonneneinstrahlung stark aufgeheizt wird. Ein spontaner Gewitterregen erzeugt auf der Fassadenfläche eine rasche Abkühlung, was zu einem hohen Spannungsfeld in der Putzschicht führt. Findet das Ganze auf einem Putzträger aus Dämmstoffen oder auf hochporisiertem Leichtmauerwerk statt, können Spannungen nur in einem geringen Umfang an den Untergrund abgeleitet werden. Es sind damit starke Kräfteverteilungen im Putzaufbau vorhanden, die in der Entspannungsphase Rissbilder erzeugen können. Die daraus resultierenden Schadensbilder sind bekannt. Sie zeigen sich über flächige Rissbilder bis hin zu Putzabplatzungen. Weiter können sich bei Wärmedämmverbund-Systemen mit Polystyrol-Hartschaumplatten Putzablösungen zeigen. Ein EPS-Dämmstoff zeigt ab ca. 70 °C ein beginnendes Schmelzverhalten, so dass bei höheren Temperaturen die Kontaktfläche zur Putzschicht verloren geht.

In der Standardausführung darf bei der Ausführung von Putzarbeiten auf einem WDV-System oder einem Leichtmauerwerk ein Hellbezugswert (HBW) des Farbtones von 20 nicht unterschritten werden. Der Hellbezugswert drückt aus, welche Helligkeit eine Farbe im Vergleich zu einem Schwarzpunkt (= 0) und einen Weißpunkt (= 100) hat. Messbar ist der HBW mit einem optischen Farbmessgerät, mit dem der zu definierende Farbton mit einem Schwarz- und einem Weißpunkt verglichen wird. Der Hellbezugswert zeigt das Heilligkeitsempfinden eines Farbtones in dem für das menschliche Auge sichtbaren Lichtwellenbereiches von ca. 400 – 800 nm. Unberücksichtigt bleibt beim HBW der Nahinfrarotbereich (ca. 800 – 2500 nm) und der ultraviolette Bereich (ca. 100 – 400 nm). Für die thermische Aufheizung von Fassadenoberflächen muss die gesamte Sonnenstrahlung berücksichtigt werden. Diese besteht aus ca. 3 % ultra-violetter, ca. 39 % sichtbarer Strahlung und ca. 58 % Infrarot. Mit einem anderen Messverfahren ist der Grad der gesamten Solarstrahlung (engl. Total Solar Reflectance) feststellbar. Dieser wird über den TSR-Wert angegeben. Je größer der TSR-Wert ist, desto stärker wird die solare Strahlung reflektiert und umso geringer ist die thermische Aufheizung der Oberfläche. Eine weitere Entwicklung ist der gezielte Einsatz von Pigmenten, welche im Bereich des NIR (Nahes Infrarot, engl. Near Infrared Radiation) eine möglichst geringe Aufnahme solarer Energie zeigen. Dadurch können mit den Einsatz von dunklen Farbtönen niedrigere Oberflächentemperaturen ermöglicht werden. Umgangssprachlich hat sich für diese Generation von Pigmenten der Begriff "CoolPigments" eingeprägt. Mit diesem Fortschritt ist es heute möglich, auch auf einem WDVS oder einem Leichtmauerwerk durch spezielle Farbtonrezepturen intensive Farbtöne mit einem geringeren Aufheizverhalten einzusetzen. Wichtig ist dabei, dass ein TSR-Wert seine Aussage nur über den tatsächlich vorliegenden Schichtenaufbau angeben kann, z. B. über einen bestimmten Farbanstrich mit genau dieser Farbtonrezeptur. Der TSR-Wert ist demnach für jeden Anstrichstoff und für jeden Farbton individuell zu ermitteln und kann nicht pauschal für alle Produkte angegeben werden. Auch eine nachträglich durchgeführte Abtönung der Farbe mit Farbkonzentraten vor Ort verzerrt den TSR-Wert. Für den Ausführenden und den Architekten bedeutet das, dass bei einer Farbtönung mit einem HBW unter 20 der TSR-Wert beim Hersteller zu erfragen ist. Durch den Einsatz der speziellen Pigmente können TSR-Werte in einem für die Oberflächenaufheizung unkritischeren Bereich vorgelegt werden. Da die Ausführungsvarianten bei einem Einsatz auf WDVS oder Leichtmauerwerk von Lieferant zu Lieferant unterschiedlich sind, sollte in jedem Fall der Hersteller in die Beratung mit eingebunden werden – auch weil mit der Anwendung eines Farbtones unter dem HBW von 20 eine Differenz zu den allgemein bekannten Merkblättern und Normen besteht. Seriöserweise wird eine schriftliche Empfehlung für die Ausführungsverwendung ausgestellt, um eine Herstellervorgabe als Garant für eine Abweichung zu den Regelwerken vorweisen zu können. Wirkungsweise der „Cooling-Pigments“. Es ist ein geringers Absorptionsverhalten gegenüber solarer Einwirkung vorhanden. Auftreffende Lichtstrahlen werden stärker reflektiert.

Diagramm des kompletten Lichtspektrums. Beim HBW-Wert sind die Lichtwellen im sichtbaren Bereich erfasst. Mit dem TSR-Wert liegen die Kenntnisse über das Aufheizverhalten einer Oberfläche über den gesamten Lichtwellenbereich vor.

Quelle: Baumit

 

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