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Home Fassadenfarben Grundlagen Risse beurteilen

Risse beurteilen

Kleine Risse in einer Fassadenbeschichtung sind oft nur eine optische Beeinträchtigung. Jedoch Vorsicht..!

Manche Risse lassen aber auch Rückschlüsse auf größere Schäden zu. Bei den kleinen Risschen in den Vertiefungen des Rauputzes handelt es sich um sogenannte Schwundrisse. Diese sind durch Verdunsten von Wasser entstanden. Man sieht sie insbesondere bei der Verwendung filmbildender Fassadenfarben wie Dispersionsfarben, Dispersionssilikatfarben und Silikonharzfarben (besonders bei höheren Temperaturen) auf rauen Putzen. In Vertiefungen bleibt der Beschichtungsstoff in höherer Schichtdicke stehen. Beim Trocknen bildet sich an der Oberfläche der Beschichtung bereits ein Film aus, während in tieferen Stellen noch das Verdünnungsmittel Wasser eingeschlossen ist. Wenn nun auch dieses Wasser verdunstet, durchbricht es den bereits geschlossenen Film an der Oberfläche. Es entstehen die kleinen Risse, die sich nicht mehr schließen.

Da diese sehr kleinen Risse je nach Witterung unvermeidlich sind und nicht bis zum Untergrund gehen, somit auch keinen Schaden anrichten, stellen sie fachlich keinen Mangel oder gar Schaden dar. Sie sind im üblichen Betrachtungsabstand auch nicht zu sehen. Die „Richtlinie zur visuellen Beurteilung endbehandelter Oberflächen" fordert zur Begutachtung einen Mindestabstand von einem Meter, der aber bei Fassaden noch höher sein kann, z. B. wenn die Fassade nur von der Straße aus einsehbar ist.

 

Vorsicht geboten

Wenn die Rissränder sehr scharf, geradlinig oder breiter sind, muss von anderen Ursachen ausgegangen werden. Das können Spannungsunterschiede zwischen den einzelnen Beschichtungen oder der Beschichtung zum Untergrund sein. Die Risse gehen bis zum weicheren Untergrund, führen zu Haftungsproblemen zwischen den Beschichtungen und sind nicht zu tolerieren.

Sehr geradlinige längere Risse gehen vom Untergrund aus. Waren diese Risse schon vor der Beschichtung vorhanden und es wurde versäumt, besondere Maßnahmen zu treffen, ist das ein Mangel. Auf neu entstehende Risse hat die Beschichtung keinen Einfluss. Erkennen lässt sich die Fehlerquelle nur, wenn man die Risse öffnet. Befindet sich in den Rissen Beschichtungsstoff, waren die Risse schon vor der Beschichtung vorhanden und wurden nur überstrichen, ein Fehler, der viel Geld kosten kann.

Tragfähiger Untergrund

Vor der Beschichtung ist ebenfalls ein Augenmerk darauf zu richten, ob der Untergrund tragfähig ist. Ein Hinweis darauf, dass dies nicht geprüft wurde, ist, wenn neben den kleinen Risschen noch Abplatzungen über den Körnern des Putzsandes erkennbar sind. Hier wurde die Fassadenbeschichtung auf einen nicht tragfähigen Untergrund aufgetragen. Die Altbeschichtung haftet nicht ausreichend auf dem Untergrund und möglicherweise ist auch der Putz nicht genügend fest. Dies lässt sich mit einer Kratzprobe mit einer Malerspachtel, einem stabilem Cuttermesser oder einem Schraubendreher problemlos aufzeigen. Zur Sanierung muss die neue Beschichtung einschließlich der schadhaften Altbeschichtung und des mangelhaften Putzes entfernt werden.

Im Zweifelsfall muss ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Maler- und Lackierarbeiten eingeschaltet werden. Namen und Adressen der Gutachter vermitteln Innungen und Handwerkskammern. Eine sichere Beurteilung ist nur möglich, wenn eine Stemmprobe entnommen wird. Dazu wird ein Teilstück in brauchbarer Größe mit Hilfe eines Werkzeuges wie Cuttermesser, Stemmeisen, Meißel usw. aus dem Untergrund entnommen. Dieses muss anschließend in UP-Harz oder EP-Harz eingegossen werden. Nachdem die Kanten sauber geschliffen und poliert sind, kann man unter dem Mikroskop erkennen, wie tief die Risse gehen, und in der Regel auch, welche Ursache diese Risse haben. Neben der unterschied- lichen Elastizität der Beschichtungen können auch vor der Beschichtung nicht entfernte Verschmutzungen, z. B. Algen, für derartige Schäden verantwortlich sein.

Michael Bablick
Fotos: Michael Bablick
Quelle: Malerblatt 02/2013
 

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