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Berufsabschlüsse anerkennen

Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland sehen im Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko.

Angesichts dessen sind Unternehmen mehr denn je auf qualifiziertes Personal auch aus dem Ausland angewiesen. Neben Erwerbstätigen aus dem Inland tragen ausländische Arbeitnehmer zum Beschäftigungsaufbau bei und leisten in den Betrieben einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Viele Unternehmen sind sich jedoch unsicher, über welche Fähigkeiten Arbeitnehmer mit ausländischem Berufsabschluss tatsächlich verfügen, wenn sie Bewerbungen erhalten. Hier setzt die berufliche Anerkennung an. Seit 2012 gibt es in Deutschland die gesetzliche Möglichkeit, einen im Ausland erworbenen Berufsabschluss anerkennen zu lassen. In Rahmen dieses Verfahrens wird offiziell und rechtssicher ermittelt, wie groß die Übereinstimmung der ausländischen Qualifikation ausfällt. Der Anerkennungsbescheid stellt das Ergebnis dieser Gleichwertigkeitsprüfung abschließend in deutscher Sprache dar. Er trägt dazu bei, dass die Wirtschaft ausländische Fachkräftepotenziale bestmöglich nutzen kann.

Wo kann man den Antrag stellen?

Die Kammern sind für die Berufsanerkennung zuständig. Also beispielsweise die Handwerks- und die Industrie- sowie die Handelskammern. Während die Handwerkskammern die Berufsanerkennung selbst durchführen, übernimmt die IHK FOSA das für die meisten Handelskammern. Welche Kammer im konkreten Einzelfall zuständig ist, hängt unter anderem davon ab, mit welchem deutschen Referenzberuf die ausländische Qualifikation verglichen werden soll. Um das herauszufinden, empfiehlt es sich, das kostenlose Erstberatungsgespräch bei der örtlichen Kammer oder dem IQ-Netzwerk in Anspruch zu nehmen. Die Berater wissen, mit welchem Abschluss man sich an welche Stelle wenden muss. Alternativ bietet das Internetportal der Bundesregierung zur Berufsanerkennung unter www.anerkennung-in-deutschland.de ein Tool, mit dem man die zuständige Stelle auch selber ermitteln kann.

Eine Anerkennungsprüfung steht auch den Personen offen, die keine formalen Dokumente über ihre Qualifikationen vorweisen können. In diesem Fall kann man seine Fähigkeiten und Kenntnisse praktisch unter Beweis stellen. Beispielsweise in Form einer Arbeitsprobe oder eines Fachgesprächs.

Engagement im Bereich berufliche Anerkennung wird ausgezeichnet!

Wer seine Beschäftigte als Arbeitgeber im Anerkennungsverfahren unterstützen will, hat viele Möglichkeiten: Er kann die ausländische Fachkraft beispielsweise zur Erstberatung begleiten oder sich auch beispielsweise an den Kosten des Verfahrens beteiligen.




Dieses unternehmerische Engagement wird seit 2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit dem Unternehmenspreis »Wir für Anerkennung« ausgezeichnet. Aktuell läuft die Bewerbungsphase für dieses Jahr. Bis zum 31. Mai 2018 können sich Unternehmen sowie Organisationen auf www.anerkennungspreis.de bewerben, wenn sie gute Ideen haben, wie die berufliche Anerkennung als Instrument der Fachkräftesicherung sowie Mitarbeiterbindung genutzt werden kann.

Kurzinformation über das Projekt

Das Projekt »Unternehmen Berufsanerkennung« ist eine großangelegte Kommunikationsoffensive gegen den Fachkräftemangel. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und informiert Unternehmen über die Möglichkeiten der beruflichen Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Das Projekt »Unternehmen Berufsanerkennung« zeigt den Unternehmen die Chancen der beruflichen Anerkennung auf. In diesem Sinn wird dieses Jahr zum zweiten Mal der Unternehmenspreis „Wir für Anerkennung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutscher Industrie- und Handelskammertag sowie Zentralverband des Deutschen Handwerks im Herbst verliehen. Der Preis zeichnet Betriebe und Organisationen aus, die Beschäftigte auf ihrem Weg zur vollen Berufsanerkennung unterstützt haben.

Fotos: Annegret Hultsch Fotografie
 
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